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STUTRGART (akw). Die sogenannte Medical Wellness, mit dem die Kur- und Heilbäder im Land neue Gäste gewinnen wollen, hat jetzt bundesweit einheitliche Kriterien. Zahlreiche Organisationen haben sich in einer Erklärung darauf verständigt.
Sich verwöhnen lassen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit tun, Prävention mit Wohlfühlaspekten - so wird der neue Trend auf dem Gesundheitsmarkt umschrieben, der als "Medical Wellness" bekanntwerden und den Kurorten in ganz Deutschland ein neues Kundenpotenzial erschließen soll. Eine jüngere, zahlungskräftige Gästeklientel, die sich um ihre, Gesundheit sorgt, beschreibt Rudolf Forcher aus Bad Waldsee, der Vizepräsident des Deutschen Heilbäderverbandes.
Weil der Begriff nicht geschützt sei und selbst unter dem längst eingeführten Wellnessurlaub jeder etwas anderes verstehe, war es Forcher und anderen Verbänden im Sinne des Verbraucherschutzes wichtig, im Bereich "Medical Wellness" eindeutige Kriterien zu definieren. Auf sieben hat sich der bundesweite Arbeitskreis Medical Wellness geeinigt - dazu gehören etwa der Heilbäderverband Baden-Württemberg, die Wellness Hotels Deutschland GmbH, die sächsische Staatsbäder GmbH, das Europäische Gesundheitszentrum für Naturheilverfahren, der Deutsche Medical Wellness Verband.
Der wichtigste Unterschied zur klassischen Wellness: ein approbierter Arzt muss im Haus sein, es muss eine Eingangsuntersuchung geben, Therapiemöglichkeiten, Bewegungsangebote oder Ernährungsberatung, Vorschläge, wie sich die Gäste mit eigenverantwortlichen Maßnahmen im Alltag weiter gesund erhalten können. "Gesundheit soll Spaß machen", das will Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness Hotels Deutschland GmbH, den Gästen vermitteln.
Trotz der nun einheitlichen Standards gibt es unterschiedliche Qualitätssiegel. Zahlreiche Thermen im Südwesten sowie einige wenige Hotels tragen die "Medical Wellness Stars", berichtet Arne Mellert, Geschäftsführer des baden-württembergischen Heilbäderverbands. Nordrhein-Westfalen werde dieses im Land entwickelte Siegel verwenden, weitere Länder zeigten Interesse. Auch der Deutsche Medical Wellness Verband hat, zusammen mit dem Tüv-Rheinland ein Zertifizierungssystem ins Leben gerufen.